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Änderungsantrag Z-01-252-2

Veranstaltung: 1. Länderrat 2015
Ursprungsantrag: Grüne Zeitpolitik für ein selbstbestimmtes und solidarisches Leben
AntragsstellerIn: GRÜNE JUGEND Bundesvorstand (Wurzelwerk-Profil)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 22.04.2015, 23:26 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 240 bis 260
Gerade deshalb wollen wir Grüne Selbstständige und FreiberuflerInnen stärken. Ihr selbstbestimmtes Arbeiten wollen wir unterstützen und sie besser absichern, damit auch sie mal ein Projekt ablehnen oder den Laden schließen können. Denn oft sind es junge Frauen und Männer, die sich für eine nicht selten prekäre Existenz als Selbstständige entscheiden, um ihr Arbeitsleben mit der Verantwortung für die Kinder vereinbaren zu können. Sie nehmen dafür hohe Risiken in Kauf, denn viele Regelungen, die Arbeitszeiten oder Lohnersatzleistungen betreffen, gelten nicht für sie, sondern nur für Angestellte und Beamte. Das grüne Modell der „Brückengrundsicherung“ gibt gerade auch Selbständigen die soziale Sicherheit, um sich eigenständig um den nächsten Auftrag oder eine neue berufliche Perspektive zu kümmern. Wir wollen prüfen, ob es geeignet ist, um ihnen auch Zeiten der Fürsorge und Erholung zu ermöglichen.
8. Gute Bildung braucht Zeit
Auch für Auszubildende, Schüler_innen und Studierende trägt unsere Zeitpolitik Verantwortung, denn auch im Bildungssystem nimmt der zeitliche Druck auf die Lernenden zu. Besonders Studierende und Schüler_innen sind durch politische Entscheidungen zur Schul- und Studienzeitverkürzung und die Hürden beim Zugang zu vielen Bachelor- und Masterstudiengängen besonderen Anforderungen ausgesetzt. Gute Noten sind wichtiger denn je - zumindest wenn man lernen will, wo und was man möchte. Im Lernen stehen gute Noten deswegen oft stärker im Fokus, als die Inhalte und Interessen. Wir stehen als Bündnis 90/DIE GRÜNEN aber für ein Bildungssystem, das vor allem der Bildung dient – nicht der Volkswirtschaft. Dazu gehört für uns, dass Schüler_innen, Studierende und auch Auszubildende genügend Freiraum haben, um neben dem Lernpensum und den Präsenzveranstaltungen. Auf die Lebensrealität der jungen Menschen Rücksicht nehmen. Konsequenterweise gehört dazu beispielsweise auch, dass Prüfungen zu Zeiten stattfinden, zu denen die Prüflinge leistungsfähig sind - auch wenn sie keine Frühaufsteher_innen sind. Benotete Prüfungen sollten auf das notwendige Maß reduziert werden.
Eine Anwesenheitspflicht an Hochschulen hat für uns nach Bachelor- und Masterstudiengängen ausgedient, da die Bologna-Reform ausschließlich kompetenzorientierte Prüfungsformen vorsieht. Wenn nur knapp 40 Prozent der Studierenden ihr Studium in der Regelstudienzeit absolvieren, lst diese vorgegebene Studienzeit nicht die Regel. Diesem Fakt muss endlich systematisch Rechnung getragen werden. Deswegen werden wir uns auch auf Bundesebene dafür einsetzen, dass flexible Studienmöglichkeiten geschaffen werden und insbesondere für flexible Teilzeitstudienmöglichkeiten streiten. Für die Idee des lebensbegleitenden Lernens im Europäischen Hochschulraum muss zudem die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungsbereichen im Vordergrund stehen. Um das zu erreichen wollen wir die Annerkennungskultur formaler, informeller und nonformaler Bildung verbessern.
Deutschland hat zudem eines der sozio-ökonomisch selektivsten Bildungssysteme vergleichbarer Staaten. Das wollen wir ändern. Eine Gesellschaft kann nur erfolgreich lernen, wenn, wenn die Bildungswege sozial abgesichert und flexibel sind. Wenn der Job neben dem Studium notwendig ist, darf das nicht zur Benachteiligung im Studium führen. Gute Bildung braucht Zeit - dafür wollen wir streiten!

Kriterien grüner Zeitpolitik
Grüne Zeitpolitik wird bewusst auf viele unterschiedliche Ideen und Lösungen setzen. So unterschiedlich die Bedürfnisse der Paare und Familien, der Beschäftigten, der Selbständigen und der Arbeitgeber sind, so unterschiedlich müssen die Modelle sein, die ihr Leben leichter und besser machen. Damit betrifft grüne Zeitpolitik als Querschnittsthema viele Politikfelder: Sozial- und Gesellschaftspolitik, Arbeitsmarkt-, Familien- und Frauenpolitik, Wirtschafts- und Finanzpolitik.
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Begründung

Das Bildungssystem stellt oft die Weichen für die zukünftige Entwicklungen und prägt eine Gesellschaft. Wenn wir zeitpolitisch Kritik an den bestehenden Verhältnissen üben wollen, dürfen das Bildungssystem als wesentlichen Baustein unserer Kultur nicht auslassen. Deswegen sollte der Antrag auch einen eigenen Punkt zum Bildungsbereich bekommen - insbesondere weil durch Schul- und Studienzeitverkürzung in den vergangenen Jahren hier eine besondere zeitpolitische Brisanz gegeben ist.


UnterstützerInnen

UnterstützerInnen:
keine