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Änderungsantrag Z-01-033-1

Veranstaltung: 1. Länderrat 2015
Ursprungsantrag: Grüne Zeitpolitik für ein selbstbestimmtes und solidarisches Leben
AntragsstellerIn: Sandra Hildebrandt, KV Berlin-kreisfrei
Status: Eingereicht
Eingereicht: 22.04.2015, 16:19 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 15 bis 31
Grüne Zeitpolitik hat deshalb zum Ziel, dass all diese unterschiedlichen Bereiche und Aufgaben besser in ein Leben passen. Welche politischen Stellschrauben können wir drehen, damit es für Frauen und Männer leichter ist, Beruf und Familie zu vereinbaren? Damit sie zum Beispiel auch wegen der 13-jährigen Tochter im Job zeitweise kürzertreten können – und nicht nur für den Säugling. Oder damit eine Freiberuflerin auch mal ein Projekt ablehnen kann, um die verschleppte Bronchitis auszukurieren. Was können wir verändern, damit der erwachsene Sohn seine Mutter pflegen kann, ohne um seine berufliche Existenz bangen zu müssen? Und was braucht die Alleinerziehende, die es wegen ihrer zwei Minijobs bisher nie schafft, bei der Schultheateraufführung ihrer Kinder dabei zu sein? Natürlich brauchen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen in erster Linie eine bessere Bezahlung und soziale Absicherung. Aber auch sie brauchen zeitliche Freiräume, um für sich und andere zu sorgen. Grüne Zeitpolitik ist deshalb auch eine Gerechtigkeitsfrage. Denn eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen können. Und: Demokratie braucht Zeit. Sie braucht Menschen, die Zeit und Engagement investieren, um sich einzumischen und mitzugestalten.

Die Aufteilung von Zeit ist dabei auch eine Gerechtigkeitsfrage zwischen den Geschlechtern. Besonders deutlich wird sie bei der Verteilung von Sorgearbeit in unserer Gesellschaft. Sorgearbeit umfasst bezahlte und unbezahlte Aufgaben. Sie ist elementar wichtig für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Diese Arbeit wollen wir sichtbar machen und gesellschaftlich anerkennen. Die Ungleichbehandlung von Erwerbsarbeit und unbezahlter bzw. schlecht bezahlter Sorgearbeit hinsichtlich ihrer Anerkennung und Absicherung wollen wir beenden. Wir setzen uns daher für eine gesamtgesellschaftliche Neuverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ein - v.a. im Lebensverlauf und zwischen den Geschlechtern.
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Begründung



UnterstützerInnen

UnterstützerInnen:
  • Ines Eichmüller, KV Nürnberg-Stadt
  • Verena Schäffer, KV Ennepe-Ruhr